Der Schlawiner

 

Eine trickreiche Geschichte von Kurt (Namen geaendert), 08.02.2000

 

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Ich war das erste Mal bei meiner Freundin und ihren Eltern zum Kaffee und Kuchen eingeladen. Als ich da ankam, fletschte deren Hund mit den Zaehnen und knurrte mich an. Das Tier war total verdreckt und durch und durch nass vom Regen. Ich hoffe nur, Sandra's Eltern sind freundlicher ....

Der Hund liess mich durch und ich konnte an der Tuer laeuten. Gluecklicherweise oeffnete mir Frau Meyer die Tuer ziemlich schnell und ich konnte ins Haus. Der Hund quetschte sich zwischen uns durch und verdreckte dabei meine schoenen neuen Hosen. Ueberall waren Hundepfotenabdruecke auf dem sauberen Boden zu sehen.

"Darf er denn das ?", fragte ich.
"Aber klar", meinte Frau Meyer.

Ich wurde von der Eingangshalle in die Stube gefuehrt und Frau Meyer bat mich auf einem der Sessel vor dem Kaminfeuer Platz zu nehmen. Derweil verschwand sie in der Kueche, um den Kaffee fertig zu machen. Der Kuchen war bereits auf dem Tisch serviert. Zu meinem Schrecken erschien ploetzlich der Hund wieder, er schnueffelte und machte sich daran die Schokolade vom Kuchen abzulecken.

"Frau Meyer !", schrie ich, "Ihr Hund frisst den Kuchen !"

Doch nichts geschah, keine Antwort kam aus der Kueche. Und so sass ich hilflos da und sah dabei zu, wie der Hund nun den Rest des Kuchens aufass und sich dann daran machte, die schoene dekorative Glasplatte sauber zu lecken.

"Haben Sie mich gerufen ?", fragte Frau Meyer, als sie mit dem Kaffee aus der Kueche auftauchte.
"Ja", sagte ich, "Ihr Hund hat den Kuchen aufgegessen !"
"Mein Hund ?!", schreite sie, "ich dachte, das sei Ihr Hund !"

Wir starrten einander eine Weile sprachlos an, dann holte sie einen Besen und scheuchte den Hund aus dem Haus.

Als ich meine Freundin Sandra den naechsten Tag in der Schule wiedersah, sagte sie mir, dass der Hund diese Nacht auf der Eingangstreppe geschlafen habe, wie auch die anderen Naechte davor.

"Meine Mutter hat eine Anzeige in die Zeitung gesetzt", teilte sie mir mit, "jedoch hat niemand darauf geantwortet.
"Was wirst Du nun machen ?", fragte ich.
"Den Hund behalten", meinte sie, "er ist doch wirklich herzig."

Als ich hoerte, dass sie den Hund auf den Namen 'Schlawiner' getauft hatten, dachte ich, einen besseren Namen haetten sie sich nicht ausdenken koennen.